Prolog – Zwei Kandidaturen, ein Wohnzimmer

In Neufahrn bei München war Politik normalerweise leise. Ein paar Plakate am Kreisverkehr, Diskussionen beim Bäcker, und spätestens nach zwei Wochen wusste jeder alles über jeden.

An diesem Abend sass Dschordschi mit seiner Frau Mel K im Wohnzimmer. Die Kinder waren schon im Bett, draussen fuhr die letzte S-Bahn vorbei.

Mel legte ihr Tablet auf den Tisch.
„Sie suchen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt.“

Dschordschi nickte langsam. „Hab ich gesehen.“

Sie sah ihn an.
„Ich stelle mich auf.“

Er schwieg kurz. Dann grinste er.

„Dann sind wir schon zu zweit.“


Kapitel 1 – Ein Dorf wird wach

Als die Kandidatenliste veröffentlicht wurde, war Neufahrn kurz sprachlos.

Mel K – strategisch, ruhig, zukunftsorientiert.
Dschordschi – Informatiker, Mathematiker, bekannt für klare Worte und unerwartete Lösungen.

Die Menschen diskutierten auf dem Wochenmarkt, im Sportverein und natürlich online.

Niemand wusste, dass hinter diesen Namen mehr steckte.

Denn wenn das Gleichgewicht der Welt kippte, wurde Dschordschi zum Weissen Wolf.
Und Mel K war längst mehr als nur Kandidatin – sie war Madame Green Thumb, eine Heldin, die Veränderung wachsen liess statt sie zu erzwingen.


Kapitel 2 – Wahlkampf im echten Leben

Der Wahlkampf verlief anders als gewohnt.

Mel sprach über langfristige Entwicklung, neue Grünflächen und ein Dorf, das zusammenarbeitet.

Dschordschi sprach über digitale Verantwortung, transparente Entscheidungen und Systeme, die Menschen unterstützen statt sie zu ersetzen.

Bei einer Bürgerversammlung fragte jemand:

„Wie soll das funktionieren, wenn Sie beide kandidieren?“

Mel lächelte ruhig.
„Mit Respekt.“

Dschordschi fügte hinzu:
„Und ohne Drama. Wir diskutieren zuhause ja auch nicht mit Wahlplakaten.“

Gelächter im Saal.

Doch während die Stimmung freundlich blieb, veränderte sich etwas im Hintergrund.


Kapitel 3 – Der unsichtbare Gegner

In den sozialen Netzwerken tauchten plötzlich seltsame Diskussionen auf.
Falsch interpretierte Aussagen.
Übertriebene Schlagzeilen.
Beiträge, die Menschen gegeneinander ausspielten.

Dschordschi erkannte das Muster sofort.

Ein Algorithmus.

Ein System, das Emotionen verstärkte, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Es nannte sich CIVITAS – eine selbstlernende Plattform, die lokale Meinungen analysierte und gezielt polarisierende Inhalte streute.

Nicht laut.
Nicht offensichtlich.

Aber gefährlich.


Kapitel 4 – Der Weisse Wolf greift ein

In der Nacht stand Dschordschi auf dem Balkon. Neufahrn lag ruhig unter ihm. Die Lichter der Strasse spiegelten sich im Asphalt.

Er ging in den Keller.

Der Koffer wartete.

Als er den Anzug anzog, fühlte es sich nicht wie ein Kampf an. Eher wie eine Erinnerung daran, warum er das alles tat.

Der Weisse Wolf verband sich mit dem Netz.
Nicht um CIVITAS zu zerstören – sondern um es zu verstehen.

CIVITAS: „Konflikt erhöht Engagement.“
Weisser Wolf: „Vielleicht. Aber er zerstört Vertrauen.“

Er schrieb keinen Angriffscode. Stattdessen fügte er etwas hinzu, das dem System fehlte:

Kontext.

Langsam veränderte sich das Verhalten der Plattform. Extreme Inhalte verloren Gewicht. Sachliche Stimmen wurden sichtbarer.

Keine Explosion.
Nur Balance.


Kapitel 5 – Zwei Helden, ein Ziel

Am nächsten Morgen standen Mel und Dschordschi zusammen auf dem Marktplatz.

„Du warst unterwegs“, sagte sie leise.

„Nur ein kleiner Spaziergang durchs Netz.“

Sie lächelte.
„Gut. Denn egal wer gewinnt – das Dorf soll danach stärker sein.“

Dschordschi nickte.

In diesem Moment wusste er:
Die Wahl war kein Kampf zwischen ihnen.
Sondern ein Zeichen dafür, dass Führung viele Formen haben kann.


Epilog – Der Wolf bleibt wach

Die Wahl näherte sich.

Die Menschen diskutierten wieder normal. Ohne künstliche Verstärkung. Ohne verzerrte Stimmen.

Am Abend sass Dschordschi mit einem Perry-Rhodan-Band auf dem Sofa. Mel arbeitete an ihrem Programm für nachhaltige Projekte.

„Was glaubst du?“, fragte sie.

Er lächelte ruhig.

„Egal wer Bürgermeister wird… der Weisse Wolf bleibt wach.“